Für die Schlichtungsstelle Reise & Verkehr e.V. (SRUV) war das Jahr 2025 von einem großem Fallvolumen, erfolgreicher Zusammenarbeit auf verschiedensten Ebenen und zehntausendfachen Einigungen geprägt. Der Falleingang bewegte sich zwar weiterhin auf hohem Niveau, lag jedoch rund 8 % unter dem Vorjahreswert. 2025 ist somit das Jahr mit dem zweithöchsten Falleingang seit Gründung der Schlichtungsstelle im Jahr 2009. Noch mehr Fakten und Hintergründe erfahren Sie jetzt im jüngsten Jahresbericht.
Die SRUV verzeichnete rund 42.000 neue Schlichtungsanträge von Reisenden und schloss zugleich so viele Fälle wie nie zuvor ab – insgesamt über 46.000. Besonders häufig kam es zu Einigungen auf der effizienten Verfahrensstufe des sogenannten „Early Settlement“. Dabei erkennen Unternehmen die Ansprüche der Reisenden unmittelbar an oder legen Vergleichsangebote vor, die von den Reisenden angenommen werden. Diese gezielte Bearbeitung weniger strittiger Fälle verschaffte den Juristinnen und Juristen Raum, sich noch intensiver den komplexeren Verfahren zu widmen. Drei entscheidende Faktoren ermöglichten die enorme Abschlussleistung im Jahr 2025: Die flexible Kooperationsbereitschaft der SRUV-Mitgliedsunternehmen, das große Engagement des Teams der Schlichtungsstelle insgesamt sowie das zur Jahreswende 2024/2025 eingeführte innovative Case-Management-System „Hilex“.
Das hohe Maß an rechtlicher Präzision gewährleisten im Team der Schlichtungsstelle rund 30 Volljurist:innen. Kontinuierlicher fachlicher Austausch im Team sowie die Einbindung in externe Netzwerke sichern dabei die gleichbleibend hohe Qualität und Aktualität der rechtlichen Bewertung. Wie bereits in den Vorjahren konnten die allermeisten Streitigkeiten gütlich zwischen den Parteien gelöst werden: Die Einigungsquote betrug rund 88 %. Dieser Wert unterstreicht einmal mehr, dass die Schlichtung für alle Beteiligten effizient ist.
Dank Schlichtung lassen sich Konflikte nicht nur einvernehmlicher, sondern auch schneller und kostengünstiger lösen. Angesichts der nach wie vor hohen Fallzahlen gewinnt dabei eine effiziente Verfahrensgestaltung zunehmend an Bedeutung. Moderne Schlichtung setzt deshalb auch auf digitale Unterstützung. Ein Beispiel dafür ist das neue Case-Management-System „Hilex”, dessen Bandbreite vom automatisierten Dokumentenmanagement bis hin zur KI-Assistenz reicht.
Auch die zwischenmenschliche Dimension ist ein wesentlicher Pfeiler gelungener Schlichtung. Denn im Schlichtungsverfahren werden die Sichtweisen beider Seiten transparent gemacht. Entscheidend ist hier eine klare und gut verständliche Darstellung der Argumente, die jeweils für die eine oder die andere Position sprechen. Die Schlichtungsstelle erläutert die jeweilige Rechtslage neutral, differenziert und nachvollziehbar – und schafft so die Basis für Vertrauen in das Verfahren.
Viele Reisende wenden sich an die Schlichtungsstelle, wenn sie nicht nur von der Reise selbst, sondern auch von der anschließenden Kommunikation mit dem Unternehmen enttäuscht wurden. Umso wichtiger ist es, dass sie im Verfahren wirklich Gehör finden und ihr Anliegen ernst genommen wird. Viele Beteiligte schätzen insbesondere die transparente und faire Behandlung ihres Anliegens, selbst wenn das Ergebnis rechtlich nicht zu ihren Gunsten ausfällt. Der Wert der Schlichtung liegt in solchen Fällen weniger im materiellen Ausgang als in der als gerecht wahrgenommenen Verfahrensgestaltung. „Gemeinsam Lösungen finden“ bleibt deshalb auch 2026 unsere Mission.